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Freitag, 2. Juni 2017

Bayrische Kuchl - Nachspeisen

Nachdem mich seit einigen Tagen ein ausgeprägter Süßhunger verfolgt, habe ich mal eben beschlossen, mich in der nächsten zeit nun auch endlich den bayrischen Nachspeisen zu widmen. Bayern hatte in der Geschichte zwei Grundvoraussetzungen für besonders feine Nachspeisenkrationen erfüllt:die auch in historische Zeiten weitverbreitete Milchwirtschaft lieferte den Grundstock, die geographische Lage am Schnittpunkt diverser Fernhandelsstraßen lieferte die Zutaten zur Verfeinerung. Kein Wunder also, dass die bayrische Küche auch reichlich Desserts hervorgebracht hat, die zumindest am Sonntag nach dem Hauptgang gereicht wurden. Ich bin nun gespannt auf das Nachkochen, die meisteen der Rezepte kenne ich allenfalls dem Namen nach, aber wenn es süß ist, ist es auf jeden Fall schon mal nicht falsch. (^.^)

Freitag, 26. Mai 2017

Bayrische Kuchl - Torten und Kuchen: Münchner Apfeltorte

Die Münchner Apfeltorte kannte ich bis dato nicht. Auch optisch ist sie nicht wirklich gelungen, aber sie ist wirklich immens lecker. (^.^) Beim nächsten Mal werde ich die Torte allerdings mit einem deckenderen Zuckerguss, wie einem Eiweißguss überziehen, das macht es dann auch optisch gleich nochmal ansprechender. (^.^) Denn: diese Torte gibt es sicher wieder!

150 g Butter
3 Eier
200 g Zucker
1 TL Zimt
1 Prise Selz
250 g Mehl
200 g Speisestärke
1 Packung Backpulver
200 g Sauerrahm
1000 ml Apfelmus (möglichst dickflüssig)
1 EL Zitronensaft
1 Fläschchen Arrakaroma
150 g Puderzucker
2 EL Zitronensaft

Den Ofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen.
Die Butter glatt rühren. Eier, Zucker, Zimt und Salz zugeben und zu einer Schaummasse rühren. Mehl, Seisestärke und Backpulver darübersieben und mit dem Sauerrahm unterheben, so dass ein zähflüssiger Teig entsteht.

Aus dem Teig werden nacheinander in jeweils ca. 20 Minuten 4 Böden gebacken. Die Böden gut abkühlen lassen.
Das Apfelmus mit dem Zitronensaft und dem Arrakaroma verrühren. Einen Tortenboden auf eine Tortenplatte legen und mit einem Tortenring umspannen. ein Dritten des Apfelmuses auf dem Boden verteilen, den zweiten Boden auflegen, wieder ein Drittel des Apfelmuses darauf verteilen, den dritten Boden auflegen und den Rest Apfelmus darauf verstreichen. Die letzte Tortenplatte auflegen und die Torte einige Zeit - am besten über Nacht durchziehen lassen. Die Tortenböden saugen sich so quasi voll mit dem Apfelmus, was die Torte nicht nur aromatisch, sondern auch besonders saftig macht.
Den Puderzucker sieben, mit dem Zitronensaft glatt rühren die Torte damit überziehen,




Freitag, 10. Februar 2017

Bayrische Kuchl - Torten und Kuchen: Datteltorte

Nachdem gerade die südbayrischen Städte an den bedeutensten Fernhandelsstraßen in Richtung Süden lagen (und auch heute noch liegen) fanden bereits früh exotische Früchte Einzug auf den bayrischen Speisezetteln, wenn auch als Besonderheit für den Sonntagskuchen, so auch in diesem Falle, bei der Datteltorte, die wirklichwirklich lecker schmeckt, daher hier auch das Rezept für euch:

5 Eier
250 g Zucker
1 EL Vanillezucker
1 Prise Salz
je eine Msp. Muskat, Kardamom, gemahlenen Kaffee und Kakao
200 g gemahlene Mandeln
100 g Mehl
200 g Datteln
4 EL Rum
150 g Puderzucker
3 EL Zitronensaft

Den Backofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Springform mit Backpapier ausschlagen. Die Datteln hacken.
Die Eier mit dem Zucker und dem Vanillezucker weißschaumig rühren. Die Gewürze, 1 EL des Rums die gemahlenen Mandeln und das Mehl zugeben und unterrühren. Zum Schluss die Datteln unterheben, den Teig in die Springform füllen und in ca. 40 Minuten goldgelb backen.

Den Kuchen nach dem Abkühlen mit dem übrigen Rum tränken. Aus dem Zitronensaft und dem gesiebten Puderzucker einen Zuckerguss anrühren und den Kuchen damit überziehen.

Freitag, 27. Januar 2017

Bayrische Kuchl - Brot: Topfensemmeln

An das Semmeln backen habe ich mich bisher nicht gertraut, schlicht, weil ich immer dachte, dass es richtig schwer sein muss die perfekte Semmel zu backen, nachdem es kaum wirklich gute Semmeln zu kaufen gibt. Man muss wirklich lang suchen, um die eine perfekte Semmel vom entsprechend perfekten Handwerksbäcker zubekommen, zumal es mittlerweile kaum mehr richtig echte Handwerksbäcker gibt. Aber das steht auf einem anderen Blatt...
Nunja, mit all den Gedanken im Hinterkopf habe ich das Rezet für Topfensemmeln mit äußerstem Argwohn gelesen, man braucht nämlich nur 5 Zutaten, das kann doch nichts werden, dachte ich...

500 g Mehl
1 Prise Salz
2 Packungen Backpulver
500 g Topfen (=Quark; ich greife zur Magerstufe)
3 EL Milch

Den Ofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Alle Zutaten vermischen und zu einem glatten Teig kneten. Den Teig zu einer Rolle formen, gleichmäßige Stücke abschneiden und zu kleinen Semmeln formen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen längs einschneiden und in ca. 40 Minuten goldbraun backen.

...ich habe keine Ahnung, weswegen ich solchen Respekt vor dem Semmeln backen hatte. Es war a) superleicht und b) die Dinger schmecken phänomenal!

Freitag, 23. Dezember 2016

Bayrische Kuchl - Gebildbrote: Ofenkindl

Das Ofenkindl ist eine herrliche Spielart des Gebildbrots, bei dem sich all die angebrochenen Reste der Weihnachtsbäckerei verbrauchen lassen und welches traditionell für die Weihnachtstage gebacken wird. Grundlage dafür ist ein feiner Hefeteig. So gehts:

500 g Mehl
1 Würfel Hefe
80 g Zucker
2 Eier (alternativ auch 4 Eigelb)
125 g Butter
1/2 TL Salz
125 ml Milch
250 g Weihnachtsbäckerei-Reste (Zitronat, Orangeat, Rosinen, Nüsse, usw. alles jeweils zumindest gehackt)


Zubereitung:
Die Milch erwärmen. Das Mehl in eine Rührschüssel geben, in die Mitte eine Mulde drücken, die Hefe hineinbröckeln, mit 1 EL vom Zucker und einigen EL der lauwarmen Milch dazu geben und leicht verrühren. Die zerlassene Hefemasse mit etwas Mehl bestäuben und zugedeckt gehen lassen, bis auf der Oberfläche der Hefemasse deutliche Risse zu sehen sind (dauert etwa 1 Stunde).
Nun die restlichen Zutaten zugeben und alles mit den Knethaken des Rührgeräts verkneten, bis ein glatter Teig entsteht, der sich leicht vom Schüsselboden löst. Nun den Teig erneut abdecken und ruhen lassen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat (dauert erneut etwa 1 Stunde).
Nun die Arbeitsfläche bemehlen, den Teig darauf zusammendrücken und nochmal kurz durchkneten. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Für den mittleren Zopf werden etwa 2/3 des Teiges genommen und zu einem dreigliederigen Zopf geflochten. Den Zopf mittig auf das Backblech setzen. Das verbleibende Drittel wird nochmals geteilt. Aus der Hälfte werden zwei lange Stränge geformt, die ineinander verschlungen werden. Gleiches macht man mit der zweiten Hälfte des Teiges. Beide Stränge werden nun wie ein Kranz um den Zopf gelegt, wobei die Enden unter den Enden des Zopfes verschwinden. Den Teig zugedeckt nun nochmals für weitere ca. 30 Minuten gehen lassen. Währenddessen den Ofen auf 200° C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Das Ofenkindl mit Eigelb einpinseln, mit Hagelzucker bestreuen und für 10 Minuten anbacken. Dann die Temperatur auf 180° C reduzieren und in etwa 35 Minuten fertig backen.

Freitag, 16. Dezember 2016

Bayrische Kuchl - Gebildbrote

Gebildbrote sind quasi Omas "Motivtorten" und jetzt nicht unbedingt ein speziell bayrisches Phänomen. Die Anlässe zu denen Gebildbrote gebacken wurden, waren ähnlich, die Motive, also die Ausformungen jedoch je nach Region unterschiedlich. Klar, dass ich mich im Rahmen dieser Serie auf die bayrischen Varianten beschränke und im folgenden Jahr immer wieder Gebildbrote passend zur Saison vorstelle.

Jetzt sollte ich vielleicht noch ganz kurz etwas genauer erklären, was Gebildbrote eigentlich sind: Gebildbrote sind meist süßes Gebäck, häufig aus Hefeteig, das speziell geformt wird. Die klassische und bekannteste Form eines Gebildbrotes ist der ordinäre Hefezopf. Oma konnte da aber noch sehr viel mehr, als nur einen dreisträngigen Zopf zu flechten, und genau dem widme ich mich nun auch und freue mich schon auf die gestalterische Herausforderung. (^.^)

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Bayrische Kuchl - Weihnachtsbäckerei: Quittenleckerle

Quittenleckerle sind ehrlicherweise nichts anderes, als das, was in anderen Landstrichen Deutschlands Quittenkonfekt bzw. Quittenbrot genannt wird, mit dem Unterschied, dass Quittenleckerle in Bayern auf den Plätzchenteller gehören - aber nun gut, recht viel länger haben Quitten ohnehin nicht Saison, als rund um die Advents- und Weihnachtszeit. Der Vorteil an den Quittenleckere: sie sind leicht und schnell gemacht und sie halten quasi ewig. So gehts:

350 g Quitten
2 EL Zitronensaft
125 ml Orangensaft
175 g Gelierzucker 1:1
150 g Zucker für das Mus
50 g Zucker als Dekor

Die Quitten in Würfel schneiden und weich kochen, abkühlen lassen und aus den Quittenstücken die Reste des Kerngehäuses mit einem Teelöffel auskratzen. Zucker und Gelierzucker in einem Topf in Zitronen- und Orangensaft auflösen, die Quittenstücke zugeben, pürieren und nun so lange einkochen, bis das Mus dicklich zäh ist (fährt man mit einem Kochlöffel durch das Mus, bleibt also eine sichtbare "Straße").

Nun wird ein Backblech mit Backpapier ausgelegt und das noch heiße Quittenmus darauf glatt gestrichen. Das Mus kann man nun traditionell mehrere Tage bei Raumteperatur, ggf. in der Nähe einer Heizung trocknen lassen. Alternativ kann man das Quittenmus auch im Ofen trocknen, dafür das Mus bei 80° C Umluft für ca. 3 Stunden im Ofen trocknen. Dabei in regelmäßigen Abständen die Ofentür öffnen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.

Aus dem nun trockenen Quittenmus Sterne und Herzen ausstechen und diese in Zucker wenden. Weniger verschwenderisch, aber auch weniger schön wäre es, das Mus in gleichmäßige Stücke zu schneiden.

Die Quittenleckerle sind unmittelbar nach Fertigstellung bereits lecker, müssen also nicht noch weiter durchziehen, sie halten sich aber auch mehrere Monate, am Besten in einer Blechdose.

Dienstag, 29. November 2016

Bayrische Kuchl - Weihnachtsbäckerei: Würzburger Marzipan

Das Würzburger Marzipan ist gar kein wirkliches Marzipan, es ist noch nicht mal Marzipan mit drin. Eigentlich sind es Plätzchen, die nach einer Ruhephase von zwei bis drei Wochen zart wie Marzipan werden. Ich selbst kenne das Rezept bisher nicht. Es wird also Zeit es auszuprobieren. (^.^)

Die Zutaten:
500 g Zucker
4 Eier
1 Msp. Hirschhornsalz
600 g Mehl
1 TL gemahlener Anis

So gehts:
Den Zucker mit den Eiern und dem Hirschhornsalz etwa 10 Minuten lang mit dem Rührgerät rühren. Mehl und Anis unterkneten. Den Teig im Kühlschrank etwa 30 Minuten lang ruhen lassen.

Nun den Teig portionsweise ausrollen und in Holzmodeln („Spekulatiusformen“) drücken, herausklopfen und die Ränder glatt schneiden. Die Plätzchen an einem warmen Ort über Nacht ruhen lassen und am nächsten morgen bei 180° C Ober-/Unterhitze in ca. 10 Minuten backen. Die Plätzchen dürfen dabei noch keine Farbe bekommen.

Nach dem Abkühlen in eine mit Pergament ausgeschlagene Blechdose schichten und 2-3 Wochen durchziehen lassen.

Sonntag, 27. November 2016

Bayrische Kuchl - Weihnachtsbäckerei: Zitronenküchelchen

Bei dem Rezept handelt es sich laut Erna Horn um ein original aus dem Jahr 1841 und um ehrlich zu sein - es liest sich so ein bisschen wie Butterplätzchen. So gehts nach meiner freien Übersetzung Anno 2016:

500 g Mehl
250 g Butter
250 g Zucker
abgeriebene Schale von 6 Zitronen
4 Eier
100 g Hagelzucker

Mehl, Butter, Zucker, Zitronenschale, 2 Eier und 2 Eigelb zu einem glatten Teig verkneten und ca. 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

Den Ofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Teig portionsweise ausrollen, Plätzchen ausstechen, mit dem noch übrigen Eiweiß bestreichen, mit Hagelzucker bestreuen und auf der mittleren Schiene im Ofen ca. 12 Minuten goldgelb backen.

Nach dem Abkühlen in eine mit Pergament ausgeschlagene Blechdose schichten und 2-3 Wochen durchziehen lassen.


Freitag, 25. November 2016

Bayrische Kuchl - Weihnachtsbäckerei: Kammerfensterl

Das Rezept für die Kammerfensterl liest sich eigentlich ganz lecker, allein optisch sagen sie mir nicht zu. Diese Plätzchen sehen nicht nach Kammerfensterln (Schlafzimmfenster) aus, sondern nach Vulkanen kurz vorm Ausbruch. (^.^) Aber gut, an der Optik feile ich im nächsten Jahr, dieses Jahr gibt aber trotzdem schon mal das Rezept:


200 g Mehl
50 Speisestärke
1 Ei
75 g Butter
40 g Zucker
1 TL Backpulver
2 EL Zitronensaft
50 g Hagebuttenkonfitüre
50 g Puderzucker
2 TL Zitronensaft

Mehl, Speisestärke, Ei, Butter, Zucker, Backpulver und Ztronensaft zu einem glatten Teig verkneten und ca. 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

Den Ofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Teig portionsweise ausrollen, Runde Plätzchen ausstechen. In die Hälfte der Plätzchen mit einem Messer ein Kreuz schneiden und die Ecken umklappen (bei mir haben sie sich beim Backen wieder zurückgeklappt). Die andere Hälfte mit Hagebuttenkonfitüre bestreichen und ein eingeschnittenes Plätzchen darauf setzen. Jetzt die Plätzchen der mittleren Schiene im Ofen ca. 15 Minuten goldgelb backen.

Aus Puderzucker und Zitronensaft einen Zuckerguss anrühren und die Plätzchen damit an der Oberseite glasieren. Nach dem Trocknen in eine mit Pergament ausgeschlagene Blechdose schichten und 2-3 Wochen durchziehen lassen.

Mittwoch, 23. November 2016

Bayrische Kuchl - Weihnachtsbäckerei: Fatschnkindl

Zunächst gibt es wieder etwas bairisch für Einsteiger, für all jene Leser, die außerhalb Bayerns leben und erstmal nicht wissen, was denn nun ein Fatschnkindl sein soll. ein Fatschnkindl ist ein Wickelkind, wobei eine Fatschn eine Windel ist. Das Fatschnkindl zu Weihnachten ist natürlich das Jesuskind, daher gibt es neben der gebackenen Variante, die ich bisher noch nicht kannte, in Bayern hauptsächlich eine Dekovariante: eine aus Wachs oder Porzellan geformte Figur eines Säuglings gewickelt in reich verzierte goldene Fatschn, gerne auch geschützt in einer passenden kleinen Glasvitrine. Das ist zumindest die Form des Fatschnkindls die ich bisher kannte.

Aber nun zur gebackenen Form. Erna Horn ist mit ihrem Rezept mal wieder sehr sparsam unterwegs, so sparsam sogar, dass sie vergisst zu erwähnen, das die Plätzchen auch gebacken werden sollten. Also blieb für die Umsetzung nur noch Try and Error... Ich habe das Rezept dreimal ausprobiert und bin dreimal gescheitert. Nicht dass der Teig nichts gewesen wäre, oder die Plätzchen nicht geschmeckt hätten, nein: die Dinger sahen nach dem Backen nur nicht aus wie süße kleine Fatschnkindl, sondern vielmehr wie ein echt fieser Unfall. Daher nicht schön, das Rezept ist damit in meinen Augen auch nicht weitergebbar, Schlimmer noch, mir fällt auch nichts mehr weiter ein, wie ich die Plätzchen noch so variieren könnte, dass sie nach Fatschnkindl aussehen, daher: lassen wir das. (^.^)

Montag, 21. November 2016

Bayrische Kuchl - Weihnachtsbäckerei: gefülltes Magenbrot

Das Rezept für das gefüllte Magenbrot hat sich wirklich lecker gelesen und ich habe mich gefreut, es auszuprobieren, doch hat sich einmal mehr gezeigt, dass die Frau mit der riesigen Versuchsküche, Erna Horn, dieses Rezept sehr offensichtlich nicht ausprobiert hat. Immerhin war der Teig eigentlich kein Teig sondern einfach nur ein Brösel- bis Staubhaufen. Um das ganze noch zu retten, habe ich kurzerhand die Füllung untergeknetet, so dass ich jetzt zwar irgendetwas in richtung Gebäck habe, dass magenbrotförmig geschnitten ist, allerdings ist es kein gefülltes Magenbrot. Ich erspare euch daher das Rezept und lasse es dabei bewenden. Hoffentlich schmecken die Dinger nach dem Durchziehen wenigstens halbwegs.

Samstag, 19. November 2016

Bayrische Kuchl - Weihnachtsbäckerei: Kletzenbrot

Kletzenbrot gehört in Bayern zu Weihnachten wie Rauschgoldengel und Strohsterne. Beim Kletzenbrot handelt es sich um eine bestimmte Sorte Früchtebrot, bei dem Kletzen, also getrocknete Birnen, die Grundlage sind. So gehts:


300 g Kletzen (Dörr-Birnen)
4 cl Obstler
200 g Weizenmehl
200 g Roggenmehl
35 g Trockensauerteig
1 Würfel Hefe
200 g getrocknete Pflaumen
150 g getrocknete Feigen
100 g Datteln
150 g Rosinen
150 g Haselnusskerne
100 g Mandeln
1 TL Salz

Die Birnen in eine Schüssel geben, den Obstler dazu geben und soweit mit Wasser auffüllen, dass die Birnen bedeckt sind. Die Birnen so über Nacht einweichen lassen. Am nächsten Tag die Birnen im Einweichwasser ca. 1 Stunde leise kochen, abgießen, das Kochwasser dabei aber auffangen und abkühlen lassen.

Roggen- und Weizenmehl in eine Schüssel geben, in die Mitte eine Mulde drücken den Trockensauerteig und 1/4 Würfel Hefe zugeben und mit 100 ml vom Birneneinweichwasser verrühren. Zugedeckt an einem warmen Ort etwa 30 Minuten ruhen lassen.

Währenddessen die Mandeln abziehen. Dafür mit heißem Wasser überbrühen und eine Minute darin ziehen lassen, danach abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken, dann lässt sich die Braune Haut ganz leicht abrubbeln. Die Kletzen, Pflaumen, Feigen und Datteln in feine Streifen schneiden. Rosinen, Haselmusskerne und Mandeln zugeben. Die restliche Hefe in 1 EL heißem Wasser auflösen, zu den Früchten geben und vermischen.

Den Brotteig mit weiteren 200 ml Einweichwasser und dem Salz zu einem glatten Teig verkneten und abgedeckt weitere 30 Minuten ruhen lassen. Den Ofen auf 200° C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Nun 350 g von dem Teig abnehmen. Den verbleibenden Teig zur Fruchtmischung geben und gründlich unterkneten. Den abgenommenen Teig in zwei Hälften teilen, zu einer Größe von mindestens 20 cm x 15 cm ausrollen und jeweils die Hälfte der Fruchtmischung darin einschlagen. Das Kletzenbrot mit der Nahtseite (unten schaut noch Füllung raus, das ist ok so) nach unten auf ein Backblech setzen, mit Wasser bepinseln, mehrmals mit einer Gabel einstechen und in etwa 75 Minuten fertig backen.

Das Kletzenbrot nun noch etwa 1-2 Tage Luft ziehen lassen, dann in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 3 Wochen durchziehen lassen.

Montag, 7. November 2016

Bayrische Kuchl - Weihnachtsbäckerei: Münchner Honigkuchen

Die Münchner Honigkuchen haben einen festen Platz auf dem familiären Plätzchenteller. Erna Horns Rezept weicht etwas vom Familienrezept ab, nach dem Elisenlebkuchen-Debakel will ich jetzt aber kein Risiko mehr eingehen und backe daher lieber nach Familienrezept:

Für etwa 50 Lebkuchen:
2 Eier
400 g Zucker
1 EL Vanillezucker
250 g flüssiger Honig
2 TL Zimt
1/2 TL gemahlene Nelken
1 Msp. Muskatblüte
1 Msp. Kardamom
70 g gemahlene Mandeln
70 g Zitronat
70 g Orangeat
50 g weiche Butter
3 EL Zitronensaft
800 g Mehl
2 Päckchen Backpulver
300 g Puderzucker
6 EL Wasser
50 g gehackte Mandeln

Zitronat und Orangeat fein hacken. Die Eier mit dem Zucker und dem Vanillezucker weißschaumig rühren, den Honig, die Mandeln, die Gewürze, die Butter, den Zitronensaft sowie Zitronat und Orangeat zugeben und unterrühren.
Das Mehl mit dem Backpulber auf die Arbeitsfläche geben und die Rührmasse unterkneten. Der Teig muss zwar krümelig sein, sollte aber trotzdem binden. Bindet er nicht, nochmal etwas Zitronensaft nachgeben.
Den Teig für ca 60 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
Den Backofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Teig portionsweise etwa 0,5 cm dick ausrollen und runde Lebkuchen ausstechen, auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und in etwa 20 Minuten backen. Die Lebkuchen auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.
Den Puderzucker in eine Schüssel sieben und mit dem Wasser zu einem Zuckerguss verrühren. Die Lebkuchen damit bestreichen und mit den gehackten Mandeln bestreuen.
Die Lebkuchen nun noch etwa 1-2 Tage Luft ziehen lassen, dann in Blechdosen verpacken und mindestens 3 Wochen durchziehen lassen.

Samstag, 5. November 2016

Bayrische Kuchl - Weihnachtsbäckerei: Nürnberger Busserl

Die Nürnberger Busserl kenne ich bisher nicht, Zeit also sie auszuprobieren. Ausnahmsweise findet sich dazu auch ein brauchbares Rezept in Erna Horns Rezeptsammlung.

Man nehme für 75 Busserl:
500 g flüssigen Honig
500 g Mehl
8 g Hirschhornsalz
4 g Pottasche
2 TL Zimt
1/2 TL gemahlene Nelken
1 Msp. Kardamom
1 Msp. Muskatblüte
Salz
100 g gehackte Haselnüsse
80 g Zitronat
50 g Orangeat
250 g Puderzucker
5 EL Wasser

So gehts:
Den Honig im Wasserbad erwärmen. Das Mehl in eine Keramikschüssel sieben. Hirschhornsalz und Pottasche mit 2 TL Wasser auflösen. Die Mischung sowie den warmen Honig zum Mehl geben und alles miteinander zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig abdecken (wer wie ich zur Suppenschüssel greift, nimmt den Deckel, ansonsten reicht auch ein trockenes Tuch) und einige Tage im Kühlschrank ruhen lassen.
Den Teig am Abend vor der Weiterverarbeitung aus dem Kühlschrank nehmen. Den Backofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Zitronat und Orangeat fein hacken. Gewürze, Salz, Haselnüsse sowie Zitronat und Orangeat unterkneten. Den Teig nun zu kleinen Kügelchen formen, auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen (haltet etwas Abstand, die Busserl gehen etwas in die Breite) und in etwa 20 Minuten backen. Die Busserl auf einem Kuchengitter setzen.
Den Puderzucker in eine Schüssel sieben und mit dem Wasser zu einem Zuckerguss verrühren. Die Busserl noch warm damit bestreichen.
Die Busserl nun noch etwa 1-2 Tage Luft ziehen lassen, dann in Blechdosen verpacken und mindestens 3 Wochen durchziehen lassen.

Freitag, 4. November 2016

Bayrische Kuchl - Weihnachtsbäckerei: Elisenlebkuchen

Ich möchte eines vorneweg schicken: ich halte mich für eine durchaus talentierte Bäckerin. Mir passiert es wirklich selten, dass irgendein Gebäckstück nichts wird. Ich bin aber auch keine der Sorte Bloggerin, die immer nur die perfekte heile Welt postet. Ich bin nicht perfekt und ich will auch nicht so tun als ob. Ahnt ihr schon, was passiert ist? Jaaaa, genau: die Elisenlebkuchen sind nichts geworden (^.^) Der Teig war viel zu flüssig, die Lebkuchen sind komplett zerlaufen und zwar so komplett, dass sie direkt den Weg in den Mülleimer beschritten haben. Ich brauche wohl nicht erwähnen, dass ich dieses Rezept nicht mit euch teilen werde, aber ein Foto von den missglückten Elisenlebkuchen dürft ihr sehen (^.^):

Donnerstag, 3. November 2016

Bayrische Kuchl - Weihnachtsbäckerei

Selbstverständlich bietet die traditionelle bayrische Küche auch Rezepte für Weihnachtsplatzl (= ~plätzchen) und selbstverständlich für Lebkuchen und süßes Brot, welches traditionell zur Weihnachtszeit gebacken wurde. Damals noch gab es in der Tat eine Trennung zwischen Weihnachtsgebäck und den normalen Kaffeegebäck, Ja ihr lest richtig, nicht Teegebäck, Tee ist in Bayern nicht so üblich und wer Tee trank, der konnte sich auch kein Gebäck dazu leisten; Tee galt in Bayern als Arme-Leute-Getränk.

Zwar gab es auf dem weihnachtlichen Platzlteller durchaus auch Kaffeegebäck, aber niemals Weihnachtsgebäck unterm Jahr auf der Kaffeetafel. Gut, heute sind die Regeln nicht mehr so streng, einiges an Platzl ist auch einfach viel zu lecker, als sie immer nur zu Weihnachten zu Backen und natürlich zu essen. (^.^) Dieses Jahr halte ich mich im Rahmen meines Kochbuchprojekts aber dran und backe zu Weihnachten nun wirklich nur die höchstoffiziellen alten Rezepte der Weihnachtsbäckerei nach.

Dienstag, 1. November 2016

Bayrische Kuchl - Torten und Kuchen: Münchner Seelenzopf

Der Seelenzopf, der eigentlich für Allerseelen, also für den 2. November gebacken wird, hat eine alte Tradition in München und dem Umland und wurde üblicherweise vom Paten an das Patenkind verschenkt, ganz so genau geht es aber heute nicht mehr. (^.^)

750 g Mehl
1,5 Würfel Hefe
120 g Zucker
2 Eier
125 g Butter
1/2 TL Salz
125 ml Milch
100 g Zitronat
100 g Orangeat
1 TL Orangenschale
1 TL Zitronenschale
4 EL Orangensaft
1 Prise Muskat
1 EL Vanillezucker
1 Eigelb
Hagelzucker

Die Milch erwärmen. Das Mehl in eine Rührschüssel geben, in die Mitte eine Mulde drücken, die Hefe hineinbröckeln, mit 1 EL vom Zucker, das Salz und einigen EL der lauwarmen Milch dazu geben und leicht verrühren. Die zerlassene Hefemasse mit etwas Mehl bestäuben und zugedeckt gehen lassen, bis auf der Oberfläche der Hefemasse deutliche Risse zu sehen sind (dauert etwa 1 Stunde).
Das Zitronat und das Orangeat fein hacken. Die Butter mit den Eiern und dem Zucker schaumig rühren, Zitronat, Orangeat, Zitronenschale, Orangensale und -saft, Muskat, Vanillezucker sowie die Milch unterrühren und mit dem Vorteig verkneten. Nun den Teig erneut abdecken und ruhen lassen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat (dauert erneut etwa 1 Stunde).
Nun die Arbeitsfläche bemehlen, den Teig darauf zusammendrücken, vier Stränge formen und daraus einen Zopf flechten. Nun auf das gefettete bzw. mit Backpapier ausgelegte Blech und nochmals abgedeckt für weitere ca. 30 Minuten gehen lassen.
Den Backofen auf 200° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Zopf mit Eigelb einpinseln und dick mit Hagelzucker bestreuen und für 10 Minuten anbacken. Dann die Temperatur auf 180° C reduzieren und in etwa 35 Minuten fertig backen.

Freitag, 28. Oktober 2016

Bayrische Kuchl - Torten und Kuchen

Die bayrische Küche ist nicht nur enorm fleischlastig sondern auch enorm zuckerlastig. Auf der einen Seite sind da natürlich die Mehlspeisen, denen wir uns auch noch widmen werden. Auf der anderen Seite sind aber auch Kuchen und Torten, die in bayrischen Kochbüchern schon sehr früh, nämlich ab dem ausgehenden Mittelalter auftauchen. Das also zu einer Zeit, zu der es noch nicht mal Backrohre gab, sondern zu der Kuchen und Torten noch in speziellen Tiegeln gebacken wurden, die kompliziert in Glut und Asche gepackt werden mussten.
Klar dass Erna Horn auch einige Torten- und Kuchenrezepte zusammengetragen hat - vom Klassiker bis hin zu ausgefalleneren und unbekannteren Kreationen. Ich freue mich schon aufs ausprobieren. (^.^)

Sonntag, 31. Juli 2016

Hefeteig - Käsekuchen

Es geht doch nichts über Käsekuchen und ich persönlich mag Käsekuchen aus Hefeteig auch deutlich lieber, als den mit Mürbteig. So backt ihr gleich ein ganzes Blech davon:

375 g Mehl
3/4 Würfel Hefe
60 g Zucker
1 Ei
60 g Butter
1/2 TL Salz
220 ml Milch
75 g Butter
200 g Zucker
4 Eier
1000 g Magerquark
100 g saure Sahne
50 g Sultaninen
2 EL Zimtzucker

Zubereitung:
Die Milch erwärmen. Das Mehl in eine Rührschüssel geben, in die Mitte eine Mulde drücken, die Hefe hineinbröckeln, mit 1 EL vom Zucker und einigen EL der lauwarmen Milch dazu geben und leicht verrühren. Die zerlassene Hefemasse mit etwas mehl bestäuben und zugedeckt gehen lassen, bis auf der Oberfläche der Hefemasse deutliche Risse zu sehen sind (dauert etwa 1 Stunde).
Nun den restlichen Zucker, das Ei, die weiche Butter und das Salz sowie nach und nach die Milch zugeben und alles mit den Knethaken des Rührgeräts verkneten, bis ein glatter Teig entsteht, der sich leicht vom Schüsselboden löst. Nun den Teig erneut abdecken und ruhen lassen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat (dauert erneut etwa 1 Stunde).
Den Ofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Arbeitsfläche bemehlen, den Teig darauf zusammendrücken, ausrollen und das Blech damit auslegen, dabei den RAnd etwas hoch ziehen. Erneut abdecken und nochmals für weitere ca. 30 Minuten gehen lassen.
In der Zwischenzeit die Käsemasse zubereiten. Die Eier trennen, das Eiweiß steif schlagen. Nun die Butter mit dem Zucker und den Eigelben schaumig rühren. Den Quark und die Saure sahen zugeben und alles zu einer cremigen Masse verrühren. Nun noch die Sultaninen und den Eischnee unterheben, die Käsemasse auf dem Teig glattstreichen und nach Belieben mit Zimtzucker bestreuen.
Den Kuchen in etwa 45 Minuten auf mittlerer Schiene backen, danach kurz abdampfen lassen und zum erkalten auf ein Kuchengitter ziehen.